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KW 19 | 2017

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Die Pressemitteilungen werden wöchentlich vom Referat für Presse und Information des Main-Kinzig-Kreises zusammengestellt.

Telefon: 06051/85-12252 oder -12320
E-Mail: presse@mkk.de


Ausstellungseröffnung "Geflohen, vertrieben - angekommen!?"

8. Mai. – In diesen Tagen eröffnete Landrat Erich Pipa eine Ausstellung im im Bürgerportal des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen, die sich der Gewaltmigration im 20. und 21. Jahrhundert widmet. Der Main-Kinzig-Kreis präsentiert bis 24. Mai gemeinsam mit den Bildungspartnern Main-Kinzig, dem Zentrum für Regionalgeschichte und dem Landesverband Hessen des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge die aktuelle Wanderausstellung „Geflohen, vertrieben – angekommen?!“ des Volksbundes.

„Das Thema Flucht und Vertreibung hat in den vergangenen Monaten auch bei uns eine Aktualität erfahren, die lange nicht vorstellbar gewesen ist“, erklärte Erich Pipa. Tausende Menschen erreichten täglich die Europäische Union, Flüchtlinge und Vertriebene aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten, aber auch aus Afrika und Südosteuropa suchten Schutz und menschenwürdige Lebensperspektiven. Sie fanden unter anderem im Main-Kinzig-Kreis eine neue Heimat. „Das stellt uns vor enorme Herausforderungen bei der Integration der Menschen in den Städten und Gemeinden, am Arbeitsplatz, in sozialen Einrichtungen und Schulen“, berichtete der Landrat. Mit dieser Ausstellung werden geschichtliche Ereignisse für die Gegenwart verständlich aufgezeigt und es geht auch um die heutigen Ursachen von Flucht und Vertreibung sowie die Folgen Asyl und Integration.

Zwischen heutigen und früheren Bewegungen ließen sich durchaus mehrere Parallelen ziehen. So erinnerten nicht zuletzt Bilder in den Medien an die Trecks der Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg: „Wir reden über Menschen, die ihre Heimat aus Angst vor Gewalt und Elend verlassen mussten und die oft nicht mehr besaßen, als sie am Leibe trugen. Viele von ihnen hatten ihre Angehörigen verloren oder waren vom Krieg traumatisiert. Das war vor über 70 Jahren so und ist heute nicht viel anders“, so Pipa.

Ziel der Ausstellung ist es, die Erinnerung an die Ereignisse der Flucht und Vertreibung der Deutschen von 1933 (zum Beispiel politische Emigranten und deutsche Juden) bis 1945/46 (darunter Schlesier und Ostpreußen) in einer europäischen Perspektive zu beleben. Dabei soll aufgezeigt werden, wie Mechanismen der Gewaltmigration funktionieren, aber auch, wie die Opfer dort, wo sie ankommen, mit ihrer neuen Situation zurechtgekommen sind.

In Kooperation mit dem Zentrum für Regionalgeschichte des Main-Kinzig-Kreises ist ein ergänzender Ausstellungsteil entstanden, der die Situation von zwischen 1947 und 1949 im Altkreis Gelnhausen angekommenen Flüchtlingen und Vertriebenen darstellt. Diese waren mit Flüchtlingstransporten in provisorische Lager wie der Wegscheide Bad Orb gebracht und später beispielsweise in Lettgenbrunn neu angesiedelt worden. Geschichten einiger dieser Neubürger erzählen Archivdokumente und originale Exponate.

Staatsminister a.D. Karl Starzacher begrüßte die Gäste zur Eröffnung in seiner Funktion als hessischer Landesvorsitzender des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge und dankte für die Möglichkeit in Gelnhausen auszustellen. Eine Einführung in die Präsentation gab Judith Sucher, Bildungsreferentin beim Volksbund. Harry Wenz (Kontrabass) und Kai Picker (Gitarre) sorgten mit ihren musikalischen Einlagen für den entsprechenden Rahmen.

Landrat Erich Pipa forderte die Gäste auf, die Ausstellung bekannt zu machen in der Öffentlichkeit, „insbesondere Schulklassen sind herzlich willkommen“. Bis Mittwoch, 24. Mai, kann die Ausstellung während der Öffnungszeiten des Bürgerportals besichtigt werden, montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Landrat will rund 2,54 Millionen Euro an Kommunen ausschütten

6. Mai. – Landrat und Finanzdezernent Erich Pipa wird dem Kreistag in der Sitzung am 9. Juni vorschlagen, rund 2,54 Millionen Euro an die 29 Städte und Gemeinden auszuzahlen. Aufgrund der guten Haushaltslage will er damit seine Ankündigung umsetzen, die Kommunen über eine einmalige Zuwendung an der positiven Finanzentwicklung teilhaben zu lassen.

Bereits im Februar hatten die Abgeordneten mehrheitlich den Kreisausschuss beauftragt (Antrag 009/2017), den Hebesatz zur Kreisumlage im Doppelhaushalt 2018/19 unter Beachtung der haushaltsrechtlichen Vorgaben wieder auf das Niveau von 2016 herabzusetzen. Im Zuge der Debatte wurde vom Landrat angekündigt, die Möglichkeit einer Entlastung der Städte und Gemeinden auch bereits für das Jahr 2017 zu prüfen.

Der nun vom Kreisausschuss aufgestellte vorläufige Jahresabschluss 2016 beinhaltet einen jahresbezogenen Überschuss von rund 17,4 Millionen Euro. „Dieses gute Ergebnis wollen wir teilweise nutzen, um dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen an kreiseigenen Gebäuden und den Kreisstraßen durchzuführen“, kündigt Pipa an. Maßgeblich soll das Geld jedoch – wie vom Kreistag gefordert –zum Abbau der Altdefizite in Höhe von rund 218 Millionen Euro dienen.

Wie der Landrat mitteilt, sei aufgrund der ersten Zahlen auch für das laufende Jahr 2017 eine positive Tendenz zu erwarten. Die negativen Zinssätze für laufende Kassenkredite und auch die vorläufige Festsetzung der Aufwendungen und Erträge im Zusammenhang mit dem Kommunalen Finanzausgleich lassen erwarten, dass sich der geplante Haushaltsüberschuss wahrscheinlich besser entwickeln wird. Die entsprechende Berichterstattung für das erste Quartal erfolgt an den Haupt- und Finanzausschuss voraussichtlich Anfang Juni.

Die aktuellen Finanzdaten bilden die verlässliche Grundlage

Die genannten Fakten bilden für Landrat Pipa für nun die verlässliche Grundlage, die Städte und Gemeinden an der positiven Entwicklung teilhaben zu lassen. Deshalb schlägt er vor, eine Gesamtsumme von 0,5 Prozentpunkten der Kreisumlage an die Städte und Gemeinden auszuschütten, ohne damit ein formelles und aufwendiges Nachtragshaushaltsverfahren durchzuführen. Eine entsprechende Vorlage des Landrates soll kommende Woche vom Kreisausschuss an den Kreistag für die Sitzung im Juni weitergeleitet werden.

Mit diesem Betrag werden die Städte und Gemeinden entlastet, um zusätzlich notwendige Aufwendungen insbesondere im Bereich der Betreuung von Kindern und Jugendlichen (U 3-Betreuung, Kindergartenplätze, Kinderhortangebote, Pakt für den Nachmittag), aber auch von älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgen (Demographie) und geflüchteten Menschen finanzieren zu können. Die Aufteilung des Gesamtbetrages von 2.544.361 Euro auf die einzelnen Städte und Gemeinden erfolgt anteilig zu der für 2017 festgesetzten Kreisumlage.

Main-Kinzig-Kreis setzt testweise Telenotarzt ein

4. Mai. – Ist ein Patient am Einsatzort ein Fall für die Notfallambulanz? Wird noch der Rat eines Notarztes benötigt? Im Zweifel ja, so lautet die Devise für das Rettungsdienstpersonal vor Ort. Seit Jahren steigen die Einsatzzahlen insgesamt; damit einher geht auch ein Anstieg der Fallzahlen in den Notfallambulanzen und der Einsätze von Notärzten.

„Wir können auf diese Entwicklung nicht alleine durch Einstellungsoffensiven reagieren. Denn mit der immer höheren Nachfrage steigt ja nicht gleichzeitig die Zahl der verfügbaren Notärzte“, merkt Landrat Erich Pipa an. Der Main-Kinzig-Kreis beschreitet daher auf Pipas Initiative hin mit dem Pilotprojekt „Telenotarzt“ einen neuen Weg.

Konkret bedeutet dies, dass ab Juli in einem Teil des Kreises Einsatzfahrzeuge mit notwendiger Kamera- und Kommunikationstechnik aufgerüstet werden. In diesen Fahrzeugen lässt sich so je nach Fall ein Notarzt zuschalten, der unter anderem den angeschlossenen EKG-Monitor in Echtzeit einsehen kann. Von der Ferne aus – etwa von der Leitstelle oder einem Krankenhaus aus – kann dieser eine Empfehlung aussprechen, nachdem er mit dem Patienten oder dem Einsatzpersonal die Sachlage erörtert hat.

Seit 2014 befindet sich ein solcher Telenotarztdienst in Aachen im Betrieb. Die ersten Ergebnisse stimmen Landrat Erich Pipa zuversichtlich, dass das Projekt auch im Main-Kinzig-Kreis Entlastung bringen kann. „Die Erfahrungen in Aachen sind sehr positiv und zeigen, dass ein Telenotarzt mehr Einsätze als ein hinzugerufener Notarzt bewältigen kann, er gibt dem Rettungsdienstpersonal Rechts- und Handlungssicherheit und ist natürlich unmittelbar am Einsatzort, wenn er benötigt wird“, so Pipa.

In den letzten 10 Jahren sind die Rettungsdiensteinsätze im Main-Kinzig-Kreis um 40 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum sind auch die Notarzteinsätze um 33 Prozent auf 10.336 Fälle in 2016 gestiegen. Diesen Entwicklungen begegnet der Kreis als Rettungsdienstträger mit umfangreichen Investitionen. So wuchs der Rettungsbereich zum einen personell, 2016 waren beispielsweise 439 Frauen und Männer im Rettungsdienst aktiv (2015: 402), davon 114 Notärztinnen und Notärzte (2015: 83). Zudem wurden Rettungswachen und Stellplätze von Einsatzwagen in den vergangenen Jahren gezielt so verlegt und ausgebaut, dass die Rettungsdienste in ländlichen wie auch in städtischer geprägten Teilen des Kreises schnell genug am Einsatzort sein konnten. Die Jahresvorhaltestunden wurden alleine in den vergangenen drei Jahren um 13 Prozent auf nun 285.900 Stunden erhöht.

„Der wachsende Personalbedarf im Rettungswesen und die Entwicklung der Einsatzzahlen sind ja nun keine Phänomene, die auf unseren Kreis beschränkt wären. Wir stellen fest, dass es immer schwieriger wird, ausreichend Bewerber für neue Stellen im medizinischen Bereich zu finden. Es ist also nur gerechtfertigt, alternative Lösungen auszuprobieren, um diese Trends abzufedern“, so Pipa.

Keine Änderung bei Personal und Vorhaltestunden

An der Versorgungssicherheit wird sich für die Patientinnen und Patienten durch das Projekt nichts ändern. Die Personalstärke auf den Wachen bleibt gleich, die Vorhaltestunden werden ebenfalls nicht verändert. Das fahrende Notarztsystem wird seitens der Zentralen Leitstelle auch nicht zurückgehalten, wenn er alarmiert worden ist. Der Telenotarzt kann und soll den „echten“ Notarzt bei erforderlicher Erstalarmierung nicht ersetzen. Für die Arbeit der Rettungsdienste würde sich eine kreisweite Einführung des Telenotarztes dennoch entlastend auswirken, wie das Gefahrenabwehrzentrum in einer Projektbeschreibung skizziert:

? Die Anzahl der Notarzt-Nachforderungen, insgesamt 2.641 im vergangenen Jahr, von bereits am Patienten tätigen Notfallsanitätern beziehungsweise Rettungsassistenten werde sich um etwa 20 bis 30 Prozent reduzieren lassen, weil die telenotärztliche Entscheidung, Beratung oder Begleitung als völlig ausreichend wahrgenommen werde.

? Bei den Notarztsekundäreinsätzen, also notwendigen Verlegungen von einer Klinik in eine andere (2016: 1.894 Intensiv-Verlegungen), könnten sich 30 bis 40 Prozent über den Telenotarzt steuern lassen.

? Von den vielen Patienten, die nach erfolgter Erstversorgung vom Rettungsdienstpersonal mit komplett unauffälligen Vitalfunktionen eingestuft werden, dürfte eine nicht unerhebliche Zahl nach telenotärztlicher Entscheidung gar nicht zur Weiterbehandlung in eine Klinik transportiert werden müssen, was unter anderem auch zu einer Entlastung der Notaufnahmen führen wird. Im vergangenen Jahr waren dies immerhin rund 17 Prozent aller knapp 47.000 Notfallpatienten.

In der Pilotphase des Projekts wird der Main-Kinzig-Kreis zunächst die Erfahrungen aus Aachen nutzen und sich dem dortigen Telenotarztdienst der Firma P3 telehealthcare GmbH anschließen, der in die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Aachen integriert ist. Für die auf ein Jahr angelegte Testzeit beschränkt sich auch die technische Nachrüstung auf erst einmal sieben Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes im Kreisverband Gelnhausen/Schlüchtern in den Versorgungsbereichen der Rettungswachen Gelnhausen, Somborn, Bieber, Bad Orb und Burgjoß. Mittelfristig wäre es denkbar, die Zahl der technisch aufgerüsteten Einsatzfahrzeuge zu erhöhen und auch einen Telenotarzt in der Zentralen Leitstelle in Gelnhausen arbeiten zu lassen. Dazu sollen aber zunächst die Erfahrungen im Kreisgebiet abgewartet werden, wie Pipa mitteilt. Der Pilotbereich ist repräsentativ gewählt, weil er einen telenotärztlichen Versorgungsbereich umfasst, der sowohl die Besonderheiten eines Klinikstandortes – in dem Fall Gelnhausen – als auch die Probleme einer dünn besiedelten Region mit langen Fahrzeiten beinhaltet.

Das Hessische Sozialministerium hat das Pilotprojekt zugelassen und eine Förderung entsprechend der „Strategie Digitales Hessen“ als Innovationsprojekt in Telemedizin und E-Health in Aussicht gestellt. Die bei dieser Größenordnung des Projekts erwarteten Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro würden dann je zur Hälfte aus Mitteln des Sozialministeriums und der Krankenkassen als Kostenträger des Rettungsdienstes in Hessen finanziert werden.

"Lernfeld Landwirtschaft" stößt auf gute Resonanz

3. Mai. - Das Projekt „Lernfeld Landwirtschaft“ des Main-Kinzig-Kreises geht in die nächste Runde. Mit diesem Programm sollen Kindergruppen aus Kitas und Schulen über heimische Bauernhöfe geführt werden und anschaulich die landwirtschaftliche Produktion kennenlernen. Nach einer Auftaktveranstaltung im März haben nun der Hof Buchwald in Nidderau und der Weidenhof in Wächtersbach Besuchern von anderen Höfen gezeigt, wie dieses Lernfeld Landwirtschaft ganz genau bestellt werden kann. Aus rund 40 Betrieben holten sich Frauen und Männer Informationen aus erster Hand.

Über die große Resonanz hat sich Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler erfreut gezeigt. „Schon nach unserem gemeinsamen Auftakt in Gelnhausen gingen prompt 20 Anmeldungen bei uns ein“, berichtet sie, „jetzt sind noch einmal so viele Interessierte hinzugekommen. Einen besseren Start kann man sich kaum wünschen.“

Simmler ist sich sicher, dass vor allem die „Bauernhofbegleiter“ den besonderen Anreiz für die Betriebe bilden. Über spezielle Schulungen können sich Ehrenamtliche ausbilden lassen, die nicht in den bäuerlichen Betrieb eingebunden sind, die aber dann auf diesen Höfen die Führungen organisieren und begleiten. Daran nämlich, so die zuständige Dezernentin für den Bereich Landwirtschaft, seien schon vielerorts Kinderführungen gescheitert: „Ich habe von vielen Höfen zurückgemeldet bekommen, dass die Kapazitäten fehlen, sich für mehrere Stunden um eine Gruppe von Kindern zu kümmern. Genau hier setzen wir mit den Bauernhofbegleitern gezielt an. So ist das ‚Lernfeld Landwirtschaft‘ für jeden Betrieb, unabhängig von der Größe oder der Ausrichtung, interessant und umsetzbar.“

Auf den beiden Höfen in Nidderau und Wächtersbach stellte Lena Hennig vom Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum die vielen Möglichkeiten für die Landwirtinnen und Landwirte vor, sich an dem Programm zu beteiligen. So seien vereinzelte Besuche von Kindergruppen genauso denkbar wie regelmäßige Führungen, auf dem Milchviehbetrieb genauso wie auf dem Hof mit Schwerpunkt Ackerbau. „Wir wollen es Schulen und Betrieben so einfach wie möglich machen, gemeinsame Besuche zu vereinbaren“, so Hennig.

Den Kontakt zum Staatlichen Schulamt hatte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler bereits hergestellt. Nun ging es vor Ort darum, was Betriebe den Kindern so alles zeigen und wie sie mit ihnen umgehen können. Da hatten Silke Vogel vom Hof Buchwald und Claudia Müller vom Weidenhof aus ihrer eigenen Erfahrung einiges zu berichten. Schließlich sind auf ihren Höfen schon seit vielen Jahren Besuchergruppen unterwegs. Keine Führung sei wie die andere, das fange schon bei den unterschiedlichen Altersgruppen an, über die Jahres- und der Tageszeit bis hin zu speziellen Schwerpunkten, die auch Schulklassen setzten, so Vogel und Müller.

Auch Claudia Müller ging auf die personelle Unterstützung von außen ein. „Das Projekt Bauernhofbegleiter ist für mich zentral. Wir könnten viel mehr Klassen über den Hof führen, aber oft ist nicht genug Personal dafür frei“, erklärte Müller. Zu sehen gäbe es gleichwohl eine Menge. Während man den älteren Kindern Wissen zum Organismus einer Kuh, der Milchproduktion oder Produktionsketten vermitteln könne, interessierten sich die Kleineren für andere Dinge. Bei ihnen stünden dann einfachere Dinge im Vordergrund, das Füttern und die Stallsäuberung beispielsweise. Im Rahmen der Informationsveranstaltungen wurden auf den Höfen aber neben dem Inhalt von Führungen auch Fragen zur richtigen Vorbereitung, zur Pädagogik und zu Versicherungsfragen angesprochen. Unterstützt wurde der Main-Kinzig-Kreis dabei unter anderem von Sigrun Krauch vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.

„Ich bin guter Dinge, dass wir im Laufe des kommenden Schuljahrs die ersten Kontakte zwischen Schulen und Betrieben beziehungsweise den Bauernhofbegleitern knüpfen können“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Simmler. „Wir haben dem Staatlichen Schulamt vorgeschlagen, im Rahmen von Projekttagen die ersten Besuche stattfinden zu lassen und nehmen dabei Schülerinnen und Schüler bis zur siebten Klasse in den Blick. Bei den Höfen, für die Bauernhofbegleiter ausgebildet werden, wird sich der Startzeitpunkt eher etwas nach hinten verschieben. Aber diese Zeit sei dem Projekt gegönnt, das schon jetzt eine solch große Resonanz erfährt.“

Spatenstich: Kreis fördert neue Wohnungen in Hasselroth

24. April. - Die Baustelle ist bereits eingerichtet, nun haben auch Bürgermeister Uwe Scharf und Landrat Erich Pipa gemeinsam mit weiteren Vertretern aus Politik, Verwaltung und von den ausführenden Firmen den Spatenstich vollzogen: Der Bau neuer Wohnungen in der Kirchgasse in Hasselroth-Neuenhaßlau kann beginnen. Vier der dort entstehenden Wohneinheiten bezuschusst der Main-Kinzig-Kreis mit 70.000 Euro aus seinem Programm für preisgünstigen Wohnraum, um einen Mietpreis von sechs Euro pro Quadratmeter nicht zu überschreiten.

Landrat Pipa lobte die Gemeinde, dass sie von dem Programm Gebrauch macht, um Menschen mit geringem Haushaltseinkommen oder kleiner Rente im Bereich Wohnen zu unterstützen. „Ich bin froh, dass sich die Gemeinde Hasselroth damit aktiv in eine gesellschaftliche Diskussion einbringt und den Menschen ganz konkret vor Ort hilft“, sagte Pipa. „Wenn die Kräfte des Marktes versagen, müssen eben gesellschaftliche Kräfte einspringen.“

Bürgermeister Scharf wies darauf hin, dass seine Gemeinde den Mietpreis für die vier Einheiten sogar so gestalten werde, dass er „weit unter sechs Euro pro Quadratmeter“ liegen werde. „Auch bedürftigen Menschen muss es möglich sein, in unserer Gemeindemitte zu wohnen“, brachte er es auf den Punkt.

Der Bau wird in gemeindlicher Regie realisiert, eine weitere Besonderheit, auf die auch Landrat Erich Pipa einging. „Die öffentliche Hand hat sich lange Zeit aus der Bereitstellung von Wohnraum und der Förderung von preisgünstigem Wohnraum zurückgezogen. Heute zeigt sich: Das ist ein Fehler gewesen. Es ist höchste Zeit, dass wir hier gegensteuern“, so Pipa. Über das laufende Kreisprogramm könnten etwa 400 preisgünstige Wohnungen finanziert werden; über 200 davon seien bereits auf den Weg gebracht worden. Der Landrat deutete an, dass er mit Hilfe einer Aufstockung des Fördertopfs gerne 600 bis 650 preisgünstige Wohnungen mitfinanzieren würde. „Ich rufe die Städte und Gemeinden auf, dem Beispiel Hasselroths zu folgen und Wohnraum für Menschen mit kleinem Geldbeutel zu schaffen“, schloss Pipa seine Ansprache auf der Baustelle, bevor die bereitgestellten Spaten zum Einsatz kamen.