Digitale Tools für den Unterricht

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Katrin Noll (Zweite von rechts) und Daniel Daub unterstützen Lehrkräfte der Igelsgrundschule mit ihrem Know-how.

03. Februar 2026 - Mit einer ungewöhnlichen Übung startete der pädagogische Tag der Igelsgrundschule Gelnhausen-Höchst im Medienzentrums des Main-Kinzig-Kreises. Zehn Lehrkräfte nutzten die Gelegenheit, sich praxisnah über digitale Werkzeuge, Robotik und erste Schritte im Programmieren zu informieren.

Statt Tablet oder Roboter standen zunächst klare Absprachen, präzise Kommunikation und nicht zuletzt räumliches Denken im Mittelpunkt – und zwar ganz analog. Um die Grundlagen von Programmierung zu veranschaulichen, griff das Leitungsteam Kathrin Noll und Daniel Daub dabei zu einem einfachen, aber wirkungsvollen Mittel. Auf dem Boden des Foyers sind Kästchen aufgebracht, die an ein Schachbrett erinnern. Eine Lehrerin übernahm die Rolle eines „Roboters“, eine andere steuerte sie mit sanften Klopfzeichen auf Rücken oder Arme über das Feld. Ein Klopfen auf den Rücken bedeutet ein Feld vorwärts, ein Klopfen auf den linken Arm ein Feld nach links.

Schon bei dieser Übung wurde deutlich, wie wichtig eindeutig vereinbarte Befehle und klare Kommunikation sind. Schwieriger wurde es, als Kathrin Noll die Aufgabe erweiterte: Der „Roboter“ sollte bereits vor dem ersten Schritt so programmiert werden, dass er am Ziel ankommt. Die Abläufe wurden komplexer, das Merken anspruchsvoller. Eine Möglichkeit, sich zu behelfen, sei es, die einzelnen Schritte zu notieren, merkte Kathrin Noll an. „Diese analoge Übung eignet sich gut, um Schülerinnen und Schülern einen ersten Zugang zu Robotik und Coding zu eröffnen. Schon dafür braucht es räumliches Vorstellungsvermögen“, schloss sie die Übung ab.

Seit gut anderthalb Jahren leiten Kathrin Noll und Daniel Daub das Medienzentrum in der Frankfurter Straße in Gelnhausen. „Im laufenden Jahr haben wir rund zehn pädagogische Tage mit Lehrkräften aus dem Kreisgebiet durchgeführt“, berichtete Daniel Daub. Besonders groß ist die Nachfrage aus den Grundschulen. Für 2026 sind bereits vier pädagogische Tage terminiert. Diese Form der Fortbildung bleibt ein Schwerpunkt der Arbeit im Medienzentrum. „Nach einer solchen Veranstaltung gehen die Ausleihzahlen deutlich nach oben“, freut sich Kathrin Noll.

Nach einer kurzen Einführung arbeiteten die Lehrkräfte in vier Gruppen. Sie experimentierten mit dem Blue-Bot, einem Lernroboter für erste Programmierübungen, lernten Lego Education Spike kennen und produzierten mit der Trickfilmbox sowie weiteren Materialien einen kurzen Film. „Wir haben gemerkt, dass es wichtig ist, dass Lehrkräfte hier selbst ausprobieren, was sie später für ihre Klassen ausleihen oder einsetzen möchten“, erläuterte Kathrin Noll. Deshalb stehen praktische Erfahrungen an diesem Tag klar im Vordergrund.

Zweieinhalb Stunden dauerte dieser pädagogische Tag. Die Zeit ist zwar knapp bemessen, reicht für Grundschullehrkräfte jedoch aus, um einen ersten Einblick in digitale Werkzeuge für den Unterricht zu gewinnen. Genau das bestätigten auch die Teilnehmenden. „Das ist ein guter Erstkontakt mit digitalen Medien“, sagte eine Lehrerin. Eine andere lobte die praxisnahe Herangehensweise an Robotik und Coding, wie sie später auch im Unterricht möglich ist. Besonders beliebt waren die Lego-Boxen. „Lego kennen die Kinder, sie spielen gern damit – und es wird ihnen Spaß machen, mithilfe der Anleitungen auf dem Tablet zu bauen“, hieß es aus der Gruppe.

Während des pädagogischen Tages dachten einige Lehrkräfte bereits darüber nach, wie sich die neuen Impulse in den Unterricht integrieren lassen. „Passt das in den Sachunterricht?“, fragte eine Teilnehmerin. Andere verwiesen auf enge Stundenpläne oder sahen Einsatzmöglichkeiten eher in Projekttagen. Für weiterführende Schulen bietet das Medienzentrum auch längere Formate an, schließlich sind Themen und technische Möglichkeiten dort anspruchsvoller. „Doch auch dann setzen wir auf Praxisnähe und sind bei Fragen jederzeit ansprechbar“, betonte Daniel Daub.

Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Jannik Marquart ist sich der Bedeutung von Medienbildung bewusst: „Im Medienzentrum sieht man, wie moderner Unterricht aussehen kann. Lehrkräfte erhalten Beratung und Unterstützung. Sie können Technik ausleihen oder mit ihren Klassen direkt vor Ort arbeiten. Das ist echter Mehrwert für Schulen.“

Mit dem bisher Erreichten sind Kathrin Noll und Daniel Daub zufrieden. Die beiden haben das Medienzentrum und seine vielfältigen Möglichkeiten seit ihrem Amtsantritt etwa 20 der 99 Schulen im Kreis vorgestellt. Es gibt Netzwerktreffen mit IT- und Medienbeauftragten. Online-Veranstaltungen zu Künstlicher Intelligenz werden gut angenommen. Im neuen Jahr ist geplant, Grundschulen eine Kiste mit Equipment zu Robotik und Coding als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen – nicht für ganze Klassen, sondern für interessierte Einzelpersonen. „Wir freuen uns, wenn Lehrkräfte zu uns kommen und unser Angebot vor Ort kennenlernen“, sagte Kathrin Noll. „Wir gehen aber auch in die Schulen und unterstützen dort Medienbildung, etwa zum Thema Künstliche Intelligenz und KI-Nutzung.“