Selbstlernzentrum in den Beruflichen Schulen Gelnhausen eröffnet

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Unter dem Applaus der Schulgemeinde wird gemeinsam das Packpapier abgerissen, um das Selbstlernzentrum zu eröffnen: Benjamin Rasch, stellvertretender Schulsprecher, Norbert Ross, Vorstandsvorsitzender der Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung, Schulleiter Rainer Flach, Schulsprecherin Maira Ullah, Kreisbeigeordneter Jannik Marquart, Gelnhausens Bürgermeister Christian Litzinger, stellvertretende Schulleiterin Claudia Abend, Personalratsvorsitzender Ingo Köhler und Hausmeister Matthias Günther. (v.l.)

17. Februar 2026 - Unter großem Applaus der Schulgemeinde der Beruflichen Schulen Gelnhausen hat Kreisbeigeordneter Jannik Marquart kürzlich gemeinsam mit anderen Gästen das neue Selbstlernzentrum eingeweiht. Dabei wurde kein Band feierlich zerschnitten, sondern große Bahnen Packpapier heruntergerissen, hinter denen sich das neue Lernzentrum am Eröffnungstag verbarg.

„Das ist ein wirklich tolles Projekt. Es freut mich besonders, dass es aus der Schulgemeinde entstanden ist und von ihr vorangetrieben worden ist. Gemeinsam wurden die wichtigen Fragen beantwortet.“ Alle hätten an einem Strang gezogen und herausgekommen sei ein großartiges Ergebnis. Von den Gesamtkosten in Höhe von 75.000 Euro hat der Main-Kinzig-Kreis ein Drittel übernommen. 20.000 Euro sind aus dem Schulbudget in das Projekt geflossen. Sage und schreibe 28.000 Euro wurden für das Projekt an Spenden eingesammelt, unter anderem 2.000 Euro an Elternspenden, 5.000 Euro von der Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung, 4.600 Euro vom Förderverein und 1.900 Euro vom Team des Tradity-Börsenplanspiels. Alle Beteiligten hätten großes Engagement und vor allem Tatkraft gezeigt und nicht darauf gewartet, dass der Schulträger handelt. „Das geht nicht immer, aber hier ist zu sehen, was entstehen kann, wenn alle gemeinsam aktiv werden“, so Jannik Marquart. Er gab Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften und Schulleitung mit auf den Weg: „Machen Sie weiter so. Sie sind und ihr seid ein Vorbild für andere.“

Zuvor hatte Schulleiter Rainer Flach die Entwicklung nachgezeichnet, die schließlich zum Entstehen des Selbstlernzentrums geführt hatte: Die Beruflichen Schulen mit ihren 3.300 Schülerinnen und Schülern sowie 200 Lehrkräften verfügten in der Vergangenheit über „eine winzige Bibliothek“, so der Schulleiter. Nachdem Pläne des Main-Kinzig-Kreises für das ehemalige Joh-Gebäude aufgegeben werden mussten und damit auch die Idee, dort das Medienzentrum des Kreises, die Gelnhäuser Stadtbibliothek und die Bücherei der Beruflichen Schulen unterzubringen, habe Rainer Flach vor einem Jahr beschlossen, selbst für Abhilfe zu sorgen. Als Grund führte er an: „In der winzigen Bücherei waren die Bücher schwer zugänglich, das Ambiente abgenutzt, der Lernort selbst nicht mehr zeitgemäß.“ Aus diesem Grund habe die Gesamtkonferenz 20.000 Euro im Haushalt als „Anschubfinanzierung“ zurückgestellt und sich gemeinsam mit der ganzen Schulgemeinde auf die Suche nach einer praktikablen Lösung gemacht. Besonders die „Arbeitsgruppe (AG) Denkbar“ der Schule habe großen Anteil an dem wegweisenden Projekt. Die Ideen und Konzepte der „AG Denkbar“ seien in Machbares und schließlich in die Realität umgesetzt worden.

Beim Ausräumen der alten Bibliothek hat die ganze Schulgemeinde angepackt: Regale wurden geschleppt, Bücher gesichtet und entsorgt, aber auch Teppichboden rausgerissen. Entstanden sind zwei helle Räume mit moderner Ausstattung. Während im größeren Sitzmöbel und Tische zum Selbststudium einladen, befinden sich im etwas kleineren Bildschirmarbeitsplätze, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und andere Medien. Auf Rollwagen können Lernmaterialien zusammengestellt und in den Unterricht mitgenommen werden. Bücher werden nach den Worten von Schulbibliotheksbeauftragten Ingo Köhler so präsentiert, dass die Schülerinnen und Schüler Lust bekommen, sie anzufassen, hineinzuschauen und schließlich zu lesen.

Maira Ullah, Schulsprecherin und Mitglied der Schulkonferenz, betonte, Schule sei mehr als Unterricht. Sie sei ein Ort, an dem Zukunft entstehe. Im neuen Selbstlernzentrum könnten Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen und dabei auch lernen, Verantwortung zu übernehmen. Das eigene Potenzial auszuschöpfen sei besser möglich, wenn ein Raum gut ausgestattet sei. Sie freue sich darauf, dass der Raum von nun an mit Leben gefüllt und gut genutzt werde.

Weitere Grußworte hielten der Personalratsvorsitzende Ingo Köhler, Christian Litzinger, Bürgermeister der Stadt Gelnhausen, sowie Norbert Ross, Vorstandsvorsitzender der Main-Kinzig- und Oberhessen-Stiftung.