Ausstellung im Main-Kinzig-Forum zeigt eingereichte Arbeiten für Benefizkunstkalender aristanet

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Gemeinsam für das Frauenhaus Wächtersbach: Das Frauennetzwerk aristanet zeigt aktuell 36 Bilder von Künstlerinnen, die für den Benefizkunstkalender 2026 eingereicht worden sind im Bürgerportal des Main-Kinzig-Forums. Links im Bild Erster Kreisbeigeordneter Andreas Hofmann, Fünfte von links aristanet-Vorsitzende Friederike Ley.

18. Februar 2026 - „Aufstehen! Kunst von Frauen für Frauen“ – so lautet der Titel der Ausstellung im Bürgerportal des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen, die noch bis zum 10. März zu den Öffnungszeiten des Main-Kinzig-Forums besichtigt werden kann. Zu sehen sind Kunstarbeiten, die für den aktuellen aristanet-Kunstkalender eingereicht wurden und teilweise auch als Monatsbild Verwendung gefunden haben. Das Besondere: Der Kunstkalender ist eine Arbeit von Frauen und für Frauen. Denn der Erlös aus dem Verkauf kommt zu 100 Prozent dem Frauenhaus in Wächtersbach zugute.

„Der Kunstkalender ist ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit Frauen, die Gewalt in ihrem eigenen Zuhause, in einer Partnerschaft, erlebt haben. Dabei umfasst der Begriff Gewalt ganz unterschiedliche Ausprägungen, nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch seelische oder finanzielle Gewalt“, erklärte Erster Kreisbeigeordneter und Schirmherr Andreas Hofmann während der sehr gut besuchten Ausstellungseröffnung. „Diese Gewalt zerstört Lebenschancen und verbaut Lebenswege, für die Frauen und ihre Kinder, die ebenfalls betroffen sind“, erklärte Andreas Hofmann. Die stetig steigenden Fallzahlen und der Ausblick auf ein enorm hohes Dunkelfeld nicht zur Anzeige gebrachter Gewalttaten seien höchst besorgniserregend. „Allein im Main-Kinzig-Kreis reden wir für 2024 über 310 Fälle von häuslicher Gewalt, von denen wir wissen. Fest steht: Wir haben es mit einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu tun, die Gewalt reicht in den schwersten Fällen bis zum Femizid und ich bin sehr dankbar, dass wir mit dem Frauennetzwerk aristanet einen Verein haben, der sich so für das Frauenhaus Wächtersbach engagiert. Deutschlandweit bräuchte es wohl 12.000 zusätzliche Plätze in Frauenhäusern“, sagte Hofmann. „Wir müssen uns beim neuen Gewalthilfe-Gesetz entschieden dafür einsetzen, dass die finanzielle Ausstattung, die wir als Landkreis an die Frauenhäuser weitergeben, mitwächst und die Kosten für Betrieb und Personal kostendeckend sind“, betonte der Sozialdezernent. Eine große Unterstützung sei die Arbeit der Kooperationspartner Hanauer Hilfe, Fachberatungsstelle Lawine und profamilia Schlüchtern.

Seitens des Frauenhauses Wächtersbach sprachen Lea Kircher und Christine Bechtel vom Verein Frauen helfen Frauen darüber, wie wichtig es für Frauen mit Gewalterfahrung ist, einen sicheren Ort zu finden, an dem sie zur Ruhe kommen können, um ihr Leben neu zu ordnen. Sie bedankten sich für die Unterstützung bei allen Beteiligten.

Der Kalender ist bereits zum fünften Mal erschienen – mit Unterstützung der Kreissparkasse Gelnhausen, der Stadtwerke Gelnhausen, der Kreiswerke Main-Kinzig und der Agentur brandesmedia. Mehr als 50.000 Euro wurden seit dem ersten Kalender an das Frauenhaus in Wächtersbach gespendet. „Mein Dank gilt nicht nur den Sponsoren, ohne die der Kalender nicht realisierbar wäre, sondern natürlich auch den Künstlerinnen, die ihre Arbeiten unentgeltlich zur Verfügung stellen“, sagte aristanet-Vorsitzende Friederike Ley. Um auch jene Arbeiten zu würdigen, die eingereicht wurden, es aber nicht in den Kalender geschafft haben, findet nun die Ausstellung im Bürgerportal statt. Die insgesamt 36 Arbeiten in Öl und Acryl, Fotografien, Zeichnungen, Aquarelle und Siebdruck zeigen Frauen in ganz unterschiedlichen Lebens- und Gefühlslagen. Die Bilder haben ganz unterschiedliche Formate, die Darstellungen sind farbenprächtig, gegenständlich oder verwischen die Form, sie alle sind ausdrucksstark in ihrer Wirkung. Der Verein investiert viel Zeit und Mühe bei der Vorbereitung und Organisation jedes Kalenders. Wie schwierig es ist, unter 47 eingereichten Arbeiten 12 Bilder für einen Kalender auszuwählen, erläuterte Kulturbeauftragte Andrea Sandow, die die Veranstaltung moderierte und in der Kalender-Jury sitzt. Zwischen den einzelnen Redebeiträgen spielte das „Trio“ – bestehend aus Harry Wenz (Bass), Hanna Jost (Gesang), Fabian Stumpf und Mattias Fux (Gitarre).