Vorsicht beim Frühjahrsputz: Gefahr durch Hantaviren

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07. April 2026 - Mit den ersten warmen Tagen beginnt für viele Menschen die Zeit des Aufräumens und Entrümpelns. Ob Gartenhütte, Keller oder Dachboden – wer jetzt saubermacht, sollte dabei umsichtig vorgehen. Denn in solchen Bereichen kann ein Risiko für eine Infektion mit Hantaviren bestehen. Darauf macht das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises aufmerksam.

„Typische Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Husten werden zunächst häufig als Erkältung oder Grippe eingeordnet. Treten jedoch nach einigen Tagen zusätzlich Bauchschmerzen, Durchfall oder Erbrechen auf und zeigen sich bei einer ärztlichen Untersuchung Auffälligkeiten der Nierenfunktion, kann eine Hantavirus-Infektion vorliegen. Die Erkrankung macht sich meist zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung bemerkbar“, erklärt Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr.

Hantaviren werden über Kot, Urin oder Speichel infizierter Nagetiere – insbesondere der Rötelmaus – ausgeschieden. Auch getrocknete Ausscheidungen können noch mehrere Tage infektiös bleiben. Unter bestimmten Bedingungen, etwa bei warmen Temperaturen und gutem Nahrungsangebot, kann die Zahl der Nagetiere stark ansteigen. In der Folge erhöht sich auch das Risiko für Infektionen beim Menschen. Darüber hinaus können klimatische Veränderungen wie steigende Temperaturen oder veränderte Niederschlagsmuster die Verbreitung von Nagetieren und damit auch von Krankheitserregern beeinflussen. Diese Zusammenhänge werden weiterhin wissenschaftlich untersucht und gewinnen im Rahmen von Klimaanpassungsmaßnahmen zunehmend an Bedeutung.

Die Ansteckung erfolgt in den meisten Fällen durch das Einatmen von virusbelastetem Staub, der beispielsweise beim Kehren oder Aufräumen aufgewirbelt wird. Seltener kommt es zu einer Übertragung durch Bisse von Nagetieren. Viele Infektionen verlaufen mild oder sogar unbemerkt, in Einzelfällen kann es jedoch zu schweren Krankheitsverläufen mit Beeinträchtigung der Nierenfunktion kommen. Eine frühzeitige medizinische Behandlung führt in der Regel zu einer vollständigen Genesung.

Das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr empfiehlt, bei Reinigungsarbeiten in potenziell betroffenen Bereichen einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. Räume sollten vor Beginn gut gelüftet werden. Um die Staubentwicklung möglichst gering zu halten, ist eine feuchte Reinigung sinnvoll. Zusätzlich kann das Tragen eines geeigneten Mund-Nasen-Schutzes - empfohlen wird eine FFP3-Maske - und von Handschuhen das Risiko weiter reduzieren.

Um Nagetiere fernzuhalten, sollten Lebensmittel sicher und unzugänglich gelagert sowie mögliche Unterschlupfmöglichkeiten beseitigt werden. Bei starkem Mäusebefall wird empfohlen, ein professionelles Schädlingsbekämpfungsunternehmen hinzuzuziehen. Beim Umgang mit toten Tieren oder deren Ausscheidungen sollten Einmalhandschuhe getragen werden. Die Entsorgung erfolgt über den Restmüll in gut verschlossenen Plastikbeuteln. Anschließend ist auf eine gründliche Händehygiene zu achten, gegebenenfalls ergänzt durch eine Händedesinfektion.

Weitere Auskünfte gibt es beim Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr unter Telefon (06051) 8511650 oder auf der Internetseite des Robert-Koch-Institutes unter www.rki.de.