Anhaltende Hitze: Landkreis ruft zu besonderer Vorsicht

pm-img
Projekte wie der PikoPark in Langenselbold mit Grünflächen, Bäumen und Wasserstellen können örtlich das Kleinklima verbessern.

26. Juni 2026 - Die anhaltende Hitze mit hohen Tages- und Nachttemperaturen belastet viele Menschen gesundheitlich. Besonders die „Tropennächte“, in denen die Temperaturen kaum absinken, erschweren die Erholung des Körpers. Vor diesem Hintergrund informieren das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr sowie das Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum über gesundheitliche Risiken und Schutzmaßnahmen.

Die für unsere Region ungewöhnliche Hitze zählt zu den größten klimawandelbedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, chronisch Erkrankte, Pflegebedürftige, Schwangere, Menschen mit Behinderungen sowie Personen, die im Freien arbeiten. Hohe Temperaturen können unter anderem zu Dehydrierung, Kreislaufproblemen, Erschöpfung oder letztlich zu Hitzschlag führen und bestehende Erkrankungen verschlimmern.

„Die Auswirkungen anhaltender Hitze werden häufig unterschätzt. Dabei kann sie insbesondere für vulnerable Personengruppen schnell zu einer ernsthaften Gesundheitsgefahr werden. Mit einfachen Vorsorgemaßnahmen lassen sich viele hitzebedingte Beschwerden und Notfälle vermeiden“, betont Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr des Main-Kinzig-Kreises.

Auch das persönliche Umfeld kann helfen: Regelmäßiger Kontakt zu älteren, pflegebedürftigen oder alleinlebenden Menschen trägt dazu bei, Unterstützungsbedarf frühzeitig zu erkennen. Ebenso sollten wohnungslose Menschen in Hitzeperioden besonders im Blick behalten werden.

Folgende Schutzmaßnahmen werden empfohlen:

  • Ausreichend trinken: Regelmäßig Wasser oder ungesüßte Getränke trinken.
  • Wohnräume kühl halten: morgens und nachts lüften, tagsüber Fenster und Rollläden geschlossen halten.
  • Hitze meiden: Körperliche Anstrengungen möglichst in die Morgen- oder Abendstunden verlegen.
  • Vor Sonne schützen: Leichte Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutz verwenden.
  • Auf andere achten: Besonders ältere, pflegebedürftige oder alleinlebende Menschen unterstützen.
  • Medikamente beachten: Bei Fragen zur Hitzeverträglichkeit ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.
  • Warnzeichen ernst nehmen: Bei Schwindel, Verwirrtheit oder Kreislaufproblemen frühzeitig Hilfe suchen.

Neben dem individuellen Schutz gewinnt auch die Anpassung an die Folgen des Klimawandels an Bedeutung. „Die zunehmenden Hitzeperioden zeigen, wie wichtig es ist, unsere Städte und Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen“, erklärt Karl Schrass, Klimaanpassungsmanager im Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlichen Raum. Besonders in dicht bebauten und versiegelten Bereichen kann sich die Luft deutlich stärker aufheizen als im begrünten Umland. Begrünte Flächen, Schattenbereiche und hitzerobuste Stadt- und Ortsplanung tragen dazu bei, die Belastung langfristig zu reduzieren und wohnortnah kühlere Aufenthaltsorte zu schaffen.

Der Main-Kinzig-Kreis hat deshalb gemeinsam mit 17 Kommunen ein Integriertes Klimaanpassungskonzept erarbeitet, das Anfang 2025 vom Kreistag beschlossen wurde. Es dient als Leitfaden und Entscheidungshilfe, um die Bürgerinnen und Bürger wirksam vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen zur Entsiegelung und Beschattung öffentlicher Flächen sowie die Schaffung von kühlen Rückzugsorten. Wie eng Klimaanpassung und Gesundheitsschutz zusammenhängen, zeigt auch der Hitzeaktionsplan des Kreises. Passend hierzu bietet das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr auch in diesem Jahr wieder das Hitzetelefon an. Sobald der Deutsche Wetterdienst eine Hitzewarnung für den Main-Kinzig-Kreis herausgibt, kontaktieren geschulte Mitarbeitende die registrierten Teilnehmenden telefonisch und geben Hinweise zum Umgang mit den hohen Temperaturen.

Interessierte können sich unter (06051) 85-14600 oder per E-Mail an buergerinformation@mkk.de anmelden. Weitere Informationen und praktische Tipps zum Umgang mit Hitze bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit unter dem Thema „Hitzeschutz – Klima, Mensch, Gesundheit“.