Preiswürdiger Einsatz für Umwelt und Naturschutz
09. Oktober 2026 - Die Träger des Umweltpreises 2026 stehen fest. In diesem Jahr vergibt ihn der Main-Kinzig-Kreis an fünf Gruppen und Institutionen: den Birsteiner Kindergarten „Im Zauberwald“, Manfred Sattler (Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz der HGON), das Altenzentrum Rodenbach, den Freundeskreis Hof Buchwald sowie das Schulgartenprojekt des Obst- und Gartenbauvereins Gondsroth-Niedermittlau. Damit folgte der Kreisausschuss der Empfehlung des Ausschusses für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Umwelt und Landwirtschaft, der traditionell die Jury bildet. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird zu gleichen Teilen unter den fünf Preisträgern aufgeteilt.
„Naturschutz und Umweltpädagogik sind wichtige und drängende Themen. Wir haben einen gemeinsamen, schützenswerten Lebensraum, den sich Menschen mit Tieren und Pflanzen teilen. Wir haben also letztlich ein universelles Interesse daran, Ressourcen zu schonen und nachhaltig zu leben und zu wirtschaften. Da ist es gut, leuchtende Vorbilder im Main-Kinzig-Kreis zu haben, die andere Menschen sensibilisieren und mitreißen“, sagte Landrat Thorsten Stolz. Die unermüdliche Motivation und große Energie, die die Engagierten in den fünf Bereichen seit Jahren zeigten, sei „eine Bereicherung für uns alle“, so der Landrat, der allen seinen Dank und seine Wertschätzung für die Arbeit aussprach.
Die „kleinen Naturtalente“ aus dem Kindergarten Im Zauberwald in Birstein zeigen, dass auch sie Großes bewirken können. Eine Gruppe der Kita hat sich zu einer Naturgruppe organisiert. So lernen die Kinder den bewussten Umgang und die Wertschätzung für Pflanzenarten, Obst und Gemüse kennen und erleben durch ein eigenes Bienenvolk die Bedeutung von Artenvielfalt. Vom Anpflanzen bis hin zur Verarbeitung übernehmen die Kinder viele Schritte selbst. Der „Zauberwald“ wurde bereits als faire Kita ausgezeichnet und setzt auf regionale Produkte sowie die Unterstützung regionaler Betriebe.
Manfred Sattler, Gründer der Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz im Arbeitskreis Main-Kinzig der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), engagiert sich seit über 25 Jahren für den Schutz des stark gefährdeten Feldhamsters im westlichen Main-Kinzig-Kreis sowie in Hanau und Frankfurt. Durch die regelmäßige Erfassung und Dokumentation von Lebensräumen, Bauen und Beständen schafft er wichtige Grundlagen für gezielte Schutzmaßnahmen. Im Laufe der Jahre baute er Helfergruppen auf, schulte Ehrenamtliche und professionalisierte dadurch die Erfassungsarbeit nachhaltig. Innerhalb der HGON initiierte er die Arbeitsgemeinschaft Feldhamsterschutz und wirkte am Aufbau einer Nachzuchtstation zur Stabilisierung der Feldhamsterpopulation mit.
Das Gartenprojekt des Altenzentrums Rodenbach verbindet Gartentherapie mit Umweltbildung und richtet sich insbesondere an Bewohner und Bewohnerinnen der Demenzpflege sowie der „Jungen Pflege“. Ziel ist es, die Natur erlebbar zu machen, das Bewusstsein für Umwelt und Nachhaltigkeit zu stärken und gleichzeitig das Wohlbefinden der Teilnehmenden zu fördern. Gemeinsam werden saisonale Blumen, Kräuter und Gemüse gepflanzt, gepflegt und geerntet, sodass die Teilnehmenden den gesamten Prozess von der Aussaat bis zur Ernte erleben. Die Mitarbeitenden erwerben während des einjährigen Projekts die notwendigen Kenntnisse, um das Gartenprojekt langfristig eigenständig fortzuführen. Perspektivisch soll das Konzept auf die weiteren 13 Altenzentren des Main-Kinzig-Kreises übertragen werden.
Das Projekt „Lernort Bauernhof“ des Freundeskreises Hof Buchwald möchte eine möglichst breite Bevölkerungsgruppe für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität, den Wasser- und Bodenschutz, das Tierwohl und die Klimaanpassung motivieren. Dabei stehen insbesondere die ökologische Landwirtschaft sowie die Themen Regionalität, Landschaft und Heimat im Mittelpunkt. Besucherinnen und Besucher erhalten einen direkten Einblick in die Landwirtschaft und erfahren, wo Lebensmittel entstehen und wie viel Arbeit mit dem Anbau von Lebensmitteln sowie der Haltung und Aufzucht von Tieren verbunden ist. Jährlich besuchen zwischen 800 und 1.000 Menschen den Hof. Auch die Vernetzung mit ausländischen Landwirtschaftsbetrieben trägt zum Austausch und zur Vermittlung nachhaltiger landwirtschaftlicher Ansätze bei.
Der Obst- und Gartenverein Gondsroth-Niedermittlau hat eine über 100-jährige Tradition zum Erhalt von Natur und Gartenkultur sowie der Förderung von Artenvielfalt und Biodiversität, er pflegt sieben Streuobstwiesen mit über 500 Obstbäumen und zahlreichen alten Obstsorten und vermittelt sein Wissen durch Lehrgärten, einen Gemeinschaftsgarten sowie verschiedene Weiterbildungsangebote. Ein besonderes Engagement gilt dem 2022 entstandenen Schulgarten an der Auwiesengrundschule in Niedermittlau. Dort entstand aus einer einfachen Grünfläche eine Naturerlebnisstätte mit insektenfreundlichen Stauden, Gemüsebeeten, Kräutertreppen, Komposthaufen, einem Naschgarten und einem grünen Klassenzimmer. Mit dem Preisgeld möchte der Verein zudem neue Kleinbiotope und eine Überdachung im Schulgarten errichten.
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