Wenn Hitze den Körper belastet

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Unter starker Hitzebelastung können bis zu zwei Liter Schweiß pro Stunde verloren gehen. Wer nicht gegensteuert, riskiert gravierende gesundheitliche Folgen. Foto: Koldunovaaa © 123RF.com

13. August 2026 - Die Sommer in Deutschland werden heißer und Hitzewellen treten immer häufiger auf. Langanhaltende hohe Temperaturen stellen eine erhebliche Belastung für den menschlichen Körper dar und können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr weist daher auf die Auswirkungen von Hitze hin und gibt wichtige Empfehlungen zum Schutz der Gesundheit.

„Hitze ist weit mehr als ein unangenehmes Wetterphänomen. Sie belastet Herz, Kreislauf, Gehirn und den gesamten Organismus. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen“, erklärt Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr. Der Körper versucht, seine Temperatur konstant bei etwa 37 Grad zu halten. Dazu erweitert er die Blutgefäße und produziert Schweiß, dessen Verdunstung für Abkühlung sorgt. Gleichzeitig wird warmes Blut verstärkt in die Haut geleitet, damit überschüssige Wärme abgegeben werden kann. Dieser natürliche Kühlmechanismus kostet den Körper jedoch viel Energie und Flüssigkeit: Unter starker Hitzebelastung können bis zu zwei Liter Schweiß pro Stunde verloren gehen. Mit dem Schweiß gehen außerdem wichtige Elektrolyte verloren.

Die Folgen können vielfältig sein. Das Herz muss deutlich mehr arbeiten, um den erhöhten Blutfluss aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig sinkt häufig der Blutdruck. Schwindel, Erschöpfung oder Kreislaufprobleme können die Folge sein. Im schlimmsten Fall drohen Herzrhythmusstörungen oder ein Kreislaufkollaps. Menschen mit Herzschwäche, Bluthochdruck oder einer koronaren Herzerkrankung sollten daher besonders vorsichtig sein und ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren sowie gegebenenfalls die Medikation mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt besprechen. Auch die Verdauung arbeitet bei Hitze langsamer, da der Körper die Durchblutung verstärkt in die Haut verlagert. Schwere, fettige Mahlzeiten belasten den Organismus zusätzlich. Leichte Speisen, frisches Obst und Gemüse sowie ausreichend Flüssigkeit helfen dem Körper, besser mit der Hitze umzugehen.

Das Gehirn reagiert empfindlich auf hohe Temperaturen. Flüssigkeitsmangel kann zu Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Verwirrtheit und Schwindel führen. Studien zeigen zudem, dass Hitze die Stimmung beeinflussen kann: Viele Menschen fühlen sich gereizter, ungeduldiger oder weniger belastbar. Die Forschung spricht in diesem Zusammenhang vom sogenannten „Long-Hot-Summer-Effekt“, der eine erhöhte Reizbarkeit und Aggressivität bei großer Hitze beschreibt.

Besonders problematisch wird es, wenn hohe Temperaturen über mehrere Tage anhalten und sich Gebäude – insbesondere in dicht bebauten Innenstädten – auch nachts nicht mehr ausreichend abkühlen. Bereits ab Raumtemperaturen von etwa 26 Grad oder wenn das persönliche Wohlbefinden eingeschränkt ist, sollten Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Ab Tageshöchsttemperaturen von über 30 Grad und Tropennächten mit mehr als 20 Grad steigt das Gesundheitsrisiko deutlich an.

Langanhaltende Hitze kann verschiedene Erkrankungen verursachen oder verschlimmern. Dazu zählen Hitzeerschöpfung, Hitzekrämpfe, Hitzekollaps, Sonnenstich und der lebensbedrohliche Hitzschlag. Warnzeichen sind unter anderem starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen oder ein hochroter, heißer Kopf nach intensiver Sonneneinstrahlung.

Das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr empfiehlt daher:

  • regelmäßig trinken: möglichst Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Saftschorlen; der Flüssigkeitsbedarf steigt bei Hitze deutlich an,
  • auf eine ausreichende Zufuhr von Elektrolyten achten: etwa durch Gemüsebrühe oder kaliumreiches Obst wie Bananen, Aprikosen oder Pfirsiche,
  • körperliche Aktivitäten in der Mittagshitze meiden: lieber auf die frühen Morgen- oder Abendstunden ausweichen,
  • leichte Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse essen,
  • Wohnräume möglichst kühl halten: in den frühen Morgenstunden oder nachts lüften,
  • leichte Kleidung sowie eine Kopfbedeckung tragen, Haut und Augen vor UV-Strahlung schützen,
  • auf andere Mitmenschen achten: ältere Menschen in der Familie und Nachbarschaft, gerade auch solche mit Herz-, Kreislauf- oder Nierenerkrankungen, müssen ausreichend Flüssigkeit und Mineralstoffe zu sich nehmen, dabei kann auch ihr Umfeld sie unterstützen.

„Sollten Anzeichen einer Hitzeerkrankung auftreten, ist es wichtig, die betroffene Person sofort an einen kühlen Ort zu bringen, für ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu sorgen und gegebenenfalls den Rettungsdienst über die Nummer 112 zu verständigen“, so Dr. Lenz. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre und insbesondere aus den Juni-Tagen in diesem Jahr zeigten, dass Hitze ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko darstelle. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind durch die extreme Hitzephase Ende Juni mehr als 9.000 Menschen in Deutschland gestorben. „Umso wichtiger ist es, rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und auf die Signale des eigenen Körpers zu achten.“ Weitere Informationen gibt es beim Hitzetelefon des Amtes für Gesundheit und Gefahrenabwehr unter der Telefonnummer 06051 8514600 sowie auf der Internetseite des Main-Kinzig-Kreises, www.mkk.de, unter „Hitzeschutz“ .